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7. Juli 2006

"Suche dringend einen Sponsor"

der es mir finanziell ermöglicht mit einer groß angelegten Kampagne der Jugend ein für alle mal diesen simplen Fakt ins Hirn zu hämmern : “Wer Schule blöd findet und nicht mitmacht wird sich später keinen Porsche leisten können.”


14 Kommentare

  1. bushd0c | 7. Juli 2006 at 09:27 | Permalink

    wie meinen sie das denn jetzt ?

  2. Looza | 7. Juli 2006 at 09:29 | Permalink

    es ist recht anstrengend in der bahn zwei 15 jährigen hiphop-stylern zuzuhören deren gespräch ständig zwischen “schule is so scheisse” und “ich kauf mir mal nen porsche” wechselt.

    ich werd alt, die jugend fängt mir an auf den keks zu gehen.

  3. bushd0c | 7. Juli 2006 at 15:24 | Permalink

    Naja, wenn man bedenkt, dass diese gesellschaftliche Dynamik die häufig mit dem medienwirksamen Wort “Globalisierung” bezeichnet wird (und welche ein kapitalistisches Phänomen reinsten Wassers darstellt) uns tatsächlich die globale Konkurrenz bescherrt hat, also dass jeder Mensch im Prinzip mit jedem anderen Menschen auf unserem Erdball in Konkurrenz steht, kann ich mir sehr gut vorstellen (und habe es auch in meiner Schulzeit bereits erleben müssen), dass dies natürlich auch in unseren komischen Bildungsinstituten der Fall ist.
    Um zu erkennen, dass dies “scheisse” ist, braucht man kein sensibler Mensch zu sein.

    Jetzt mag mir jeder vorwerfen, dass ich “doch ein bisschen weit aushole” oder “linker Paranoia anheimgefallen sei”. Jedoch: mal genau betrachtet ist der Konkurrenzdruck auf jeden von uns aufs Absurdeste und immens gestigen. Dieser macht schon gar nicht vor unserer Schulen halt.

  4. Looza | 7. Juli 2006 at 15:48 | Permalink

    Das mag zwar in der Sache richtig sein, nur geht es mir keineswegs um die Erziehung des Menschen in willfähiges Material zur Erfüllung irgendwelcher Kapitalsmusfantasien und auch nicht um eine Gewinnermentalität amerikanischer Herkunft, sondern um der angesprochene Porsche dient in dem Kontext eigentlich nur als Sinnbild um der heranwachsenden Jugend klarzumachen das es keineswegs cool ist dumm zu sein.

    Der Punkt ist einfach das bei Teilen der Jugend eine unglaubliche Unfähigkeit im Verbinden zwischen “was will ich mal” und “was muss ich dafür tun” klafft und mir generell das neu erstarkte Zurschaustellen von Dumpfbackentum auf den Senkel geht.

    Natürlich hat dies auch mit der Sozialisation zu tun, es ist einfach Fakt das bei Kindern aus intelligentem Elternhaus die Förderung von jedweder geistigen Leistung als wichtig eingeschätzt wird, während in sozial schwachen Familien mögliche Genies schon zu Kleinkindzeiten mit stundenlangem Fernsehglotzen (täglich) verdummt werden. Man möge an der Stelle innehalten und überlegen was mit einem zukünftigen Einstein passiert, der zufällig in Leipzig Grünau, Köln Kalk oder ähnlichen Regionen geboren wird. Vermutlich wird er mal Anstreicher oder Hartzler.

    Außerdem (man verzeihe mir mein egozentrisches Getue), aber ich war in der Schule gut, mein IQ wurde neulich in einem Onlinetest mit 137 beziffert und wer mich persönlich kennt wird wohl zustimmen das ich weder der Globalisierung noch dem Kapitalismus ein willfähriger Partner bin und auch nicht von einem Porsche träume. Aber ich habe schon mein Leben lang Wissen aufgesaugt wie ein Schwamm, werde das weiter tun weil ichs einfach immer wieder spannend finde Neues zu lernen, wenn auch nur ansatzweise und kann die unerträgliche Ignoranz unserer Welt gegenüber nicht leiden, die manche Leute an den Tag legen. Sehe ich dann junge Menschen schon in frühesten Tagen so heranwachsen krieg ich echt die Krise.

    Oder ums mal ganz platt mit nem wirklich coolen Zitat aus der Brand Eins zu sagen : “Deutschland ist wohl das einzige Land wo man bei einer Familienfeier zugeben kann in Mathe eine 4 gehabt zu haben ohne das man ausgelacht wird.” Und das sollte uns traurig stimmen.

    Außerdem möchte ich an dieser Stelle nochmal an Jenny aus meinem Arbeitsamtkurs erinnern :

    F:”Was willst du denn mal werden ?”
    J:”Weeß ich nich.”
    F:”Was hast du denn für Interessen ?”
    J:”Keene.”

    Und das war ihr voller Ernst.

  5. bushd0c | 7. Juli 2006 at 16:48 | Permalink

    Ja.

  6. bushd0c | 7. Juli 2006 at 16:49 | Permalink

    und Nein. ;)

  7. bushd0c | 7. Juli 2006 at 17:09 | Permalink

    Ja, das Problem ist gesellschaftlicher Natur. Nein, ich hab kein Problem mit ‘ner 4 in Mathe. Ich sehe da eher ein ungedeihliches Versagen im Bereich unserer Bildungsinstitute (allein das Wort schreckt ab) und unserer Gesellschaft (sei es im Kleinen oder im Grossen) unseren Kindern und Jugendlichen tatsächlich eine erstrebenswerte (Lebens-)Perspektive zu geben.

    Wir leben in einer Drogen- und Kickgesellschaft. Was machen wir den Kindern und Jugendlichen anderes vor als das Geld anbeten, welches uns Möglichkeiten gibt, vor der Realität zu fliehen. Sei es mit Fernsehen, Alkohol, Spielkonsolen, Tabak, Pauschalreisen, Fussballwm, bzw. Konsum im allgemeinen. Die Wirtschaft mit ihren Konsumanzreizen schaft das wunderbar. Unsere Gesellschaft, schafft dies nicht. Sie versucht es auch kaum.

    Rudolf Steiner sagte, im Jahr 1915 (keine Gewähr) bereits (kein Originalquote!): “…wenn wir unseren Jugendlichen und Kindern nicht ein anderes Miteinander und eine andere Erziehung bieten, wird unsere Gesellschaft in 30 Jahren zusammenbrechen.” Es kam sogar noch früher.

    Ich würde soweit gehen zu sagen, dass die aktuelle Form unserer Bildungsinstitute (seien es Schulen oder Hochschulen) völlig unzureichend ist; bzw. geradezu zerstörische Ansätze in den einzelnen Schulgänger (sollte er nicht genug Chuzpe mit sich brigen) sähen kann.

  8. Looza | 7. Juli 2006 at 18:56 | Permalink

    Da ich gerade nicht viel Zeit habe zwei kurze Teaser zu der ganzen Sache :

    1. Bin ich davon überzeugt das ein überdurchschnittlich hohes Einkommen und/oder Reichtum nur drei Gründe haben kann :

    1. Glück – Knete erben, Lotto gewinnen, Van Gogh aufm Dachboden finden – sehr, sehr selten

    2. Genialität/Fähigkeiten – Künstler, Musiker, Designer, die richtige Idee zur rechten Zeit blabla – auch sehr selten

    3. Die Konsequente Ausbeutung von Menschen für finanziellen Gewinn – sehr sehr eklig.

    Es gibt in Leipzig einen Besitzer von einigen Klamottengeschäften, der Mann hat einen Porsche, einen Hummer H1 sowie eine Dodge Viper und, so hört man, ein dickes Haus im Grünen.
    Der Chef einer Agentur meinte mal zu mir das er es nicht verstehe wie jemand so viel Geld haben könne, dazu meinte ich “1. Ist das nicht so viel, die drei Autos zu leasen ist nicht so pervers viel Geld und 2. halte dir immer vor Augen das der wahrscheinlich seine Leute schlecht entlohnt und unbezahlte Überstunden machen lässt, seine Kunden beim Preis hochgradig bescheißt und seine Steuererklärung fälscht. Der Mann landet irgendwann im Knast oder stirbt einsam in seinem Haus mit den drei Autos davor.”

    Und damit meine ich jetzt auch nicht _alle_ Manager (so dumm-blöde altlinke Argumentation geht mir schon länger fremd und ist durch meinem Brand Eins Konsum auch entkräftet worden), wer ernsthaft in der Lage ist ein Konglomerat mit (zehn)tausenden Mitarbeiten zu führen, von Freitag bis Samstag vierzehn und am Sonntag nochmal sechs Stunden arbeitet, der kann sich auch gern ein dreistelliges Jahresgehalt einstecken ohne das ich neidisch werde, denn ich wills nicht machen.

    Mir gehts um das eklige Auspressen von allem was geht, das konstante Dehnen von Regeln und der mangelnde Respekt vor seinen Mitarbeitern, das Bescheißen von Leuten für den kleinsten Vorteil, eine Art wie man sie nur in Firmen findet wo der Chef die Mitarbeiter persönlich kennt (und daher gut einschätzen in der Lage ist wie weit er gehen kann) oder in den so hochgelobten Netzwerken der Agenturen/Freien Mitarbeiter.

    Das momentan aktuelle Mensch-Beispiel aus der Liga brauche ich ja vermutlich nicht mal per Anfangsbuchstaben zu erwähnen.

    2. Fällt mir zu Punkt 2 noch ein das ich in den neulich aus der Bibliothek entliehenen Architektur-Bildbänden einige “eigene” Häuser von Star-Architekten abgebildet fand, und was soll ich sagen, die Häuser waren weder sonderlich groß noch angeberisch sondern in einer sehr ehrlichen Weise schön und stilvoll.

    Später mehr hochgestochenes Deutsch.

  9. Looza | 7. Juli 2006 at 18:59 | Permalink

    Hammeridee : Demnächst der Podcast : “Looza und Bushdoc diskutieren Probleme der Welt.” Tippen nervt.

  10. Looza | 8. Juli 2006 at 12:47 | Permalink

    Meiner Meinung nach liegt die Problematik der ganzen Geschichte mitnichten in der Konsumgesellschaft als solche begründet, sondern im Fehlen der Kommunikation des Mittelmaßes und dem Vermitteln von realen Möglichkeiten, Werten und Zielen. Es gibt keine Normalität mehr, wenn man sich 24/7 Glotze reinzieht scheint es eben so als ob es relativ normal ist ein Haus im Grünen mit 500 Zimmern, 30 getunte Karren, 500 Sexualpartner und dergleichen mehr mit 25 Jahren zu besitzen, Das dies eben Quatsch wird von vielen Individuen aber so nicht rezipiert. Die Möglichkeiten des Konsums sind vielfältiger und größer geworden, nur während früher der König der König war und alle anderen wußten “dies ist der König” ist es heute eben so das Grenzen verschwimmen und den Individuen grenzenlose Machbarkeit vorgegaukelt wird die eben nicht so da ist. Eine Studentische Arbeit hat einmal errechnet das der durchschnittlich dargestellte Student in deutschen Telesoaps ein Netto-Monatseinkommen von etwa 4000 Euro haben müsste um den gezeigten Lebensstil zu erhalten … Immer auswärts essen, zweimal am Tag komplett neue Klamotten, jeden (un)kulturellen Scheiss mitmachen …

    Abgesehen davon bin ich noch jemand der den Grundgedanken des deutschen Allgemeinbildungssystems bei jeder sich passenden Gelegenheit lobhudelt, wir müssen uns theoretisch hier zum Glück noch nicht mit 12 Jahren langsam mal entscheiden was wir im Leben werden wollen bzw. dies von unseren Eltern erledigen lassen, sondern haben die Möglichkeit mit 18 die Schule zu verlassen und irgendein Studium anzufangen, sofern wir Lust haben. Wenn nicht dann geht dies auch noch 20 Jahre später und dies ist ein Fakt der uns von solchen Turbokapitalismusländern wie eben Amerika zum Glück unterscheidet, die Möglichkeit ein ungeraderes Leben zu führen und nicht enge Zeitfenster zu haben in denen man diverse Dinge einfach erledigt haben muss.

    Natürlich gibt es Ansätze dieser Art, sei es das extreme Dringen auf Regelstudienzeiten in letzter Zeit, aber zum Glück sind wir eben von solchen starren Plänen wie in Amerika noch weit, weit entfernt.

  11. Marc Shake | 9. Juli 2006 at 23:13 | Permalink

    Hab mal nen Spendenaufruf gestartet :)

    Spendenaufruf

  12. Looza | 10. Juli 2006 at 05:24 | Permalink

    und genau das meine ich. Danke das du mir die Recherche abgenommen hast :)

  13. bushd0c | 10. Juli 2006 at 15:44 | Permalink

    denke diesen podcast sollten wir einrichten… mit bier und tüte im rachen herrlich klugscheissen … uiuiuiui… :)

  14. bushd0c | 11. Juli 2006 at 18:19 | Permalink

    So, mein letzter Schlussstrich in diesem “Thread”(?):

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23078/1.html

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